{"id":60,"date":"2010-12-02T21:18:58","date_gmt":"2010-12-02T21:18:58","guid":{"rendered":"http:\/\/margarete.wiggen.de\/?page_id=60"},"modified":"2010-12-02T22:02:18","modified_gmt":"2010-12-02T22:02:18","slug":"das-wachsausschmelzverfahren","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/margarete.wiggen.de\/?page_id=60","title":{"rendered":"Das Wachsausschmelzverfahren"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Modell<\/span><\/p>\n<p>Am Anfang steht ein vom K\u00fcnstler geschaffenes Modell, welches in Bronze gegossen werden\u00a0 soll.<\/p>\n<p>Es kann aus verschiedenen Materialien bestehen. So werden Kleinplastiken je nach gew\u00fcnschter Oberfl\u00e4chenstruktur meistens aus Wachs, Gips, Ton oder \u00c4hnlichem Material geformt.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfere und kompliziertere Plastiken m\u00fcssen oft mit einem festen Skelett und einem &#8222;Innenleben&#8220; aus F\u00fcllstoffen wie Papier und Styropor versehen werden.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Silikonform<\/span><\/p>\n<p>Der Former umgibt zun\u00e4chst die Skulptur mit einer Schicht aus Silikon. Durch seine z\u00e4hfl\u00fcssige Konsistenz legt sich die Masse der Modelloberfl\u00e4che bis auf die kleinsten Feinheiten an. Das erm\u00f6glicht der Silikonform, nachdem sie erstarrt ist, eine haargenaue Wiedergabe der Modelloberfl\u00e4che. Nun wird alles mit einem dicken Gipsmantel umh\u00fcllt. Ist das Modell sehr kompliziert aufgebaut, mu\u00df es unter Umst\u00e4nden vorher behutsam zertrennt werden, um mehrere Teilformen herstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Gipsmantel ist so angelegt, da\u00df er &#8211; auseinandergeklappt &#8211; das Modell oder Modellteil freigibt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Wachsmodell<\/span><\/p>\n<p>Die Silikon-Negativ-Form wird nun mit fl\u00fcssigem Wachs betupft. Die erste Wachsschicht mu\u00df sehr sorgf\u00e4ltig aufgebracht werden, damit sich beim Eingie\u00dfen weiteren Wachses keine Luftblasen bilden.<\/p>\n<p>Nach dem Abk\u00fchlen werden die beiden Formteile wieder zusammengef\u00fcgt, und weiteres Wachs wird in den Hohlraum gegossen. Ist die Wachsschicht nun ca. 4 &#8211; 5 mm dick, wird das restliche fl\u00fcssige Wachs ausgegossen. So bleibt das Wachsmodell innen hohl. Dieser Hohlraum wird mit fl\u00fcssigem Schamott gef\u00fcllt, der nach Erkalten einen festen Kern bildet. Der Kern gibt dem Wachsmodell die n\u00f6tige Stabilit\u00e4t und sch\u00fctzt es vor Verformung. Ist alles getrocknet und fest, wird der Gips &#8211; Silikonmantel ge\u00f6ffnet und die Wachsnachbildung des Modells entnommen. War das Modell anfangs zur Herstellung in mehrere Formen zerteilt worden, so m\u00fcssen diese Teile nun wieder zusammengef\u00fcgt werden.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Gu\u00dfkan\u00e4le<\/span><\/p>\n<p>Nachdem das Wachsmodell noch einmal in allen Feinheiten \u00fcberarbeitet worden ist, werden um das Modell herum viele Pfeifen oder Gu\u00dfkan\u00e4le angesetzt. Diese sollen sp\u00e4ter als Eing\u00e4nge f\u00fcr das fl\u00fcssige Metall und als Ausg\u00e4nge f\u00fcr die entweichende Luft dienen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Schamottmantel<\/span><\/p>\n<p>Das Wachsmodell mit all seinen Eing\u00fcssen (Pfeifen) wird jetzt vorsichtig mit fl\u00fcssiger Schamott-Gipsmischung \u00fcberzogen, bis das Wachsmodell v\u00f6llig unter dem Schamott verschwunden ist. Um das Ganze wird dann ein fester Zylinder gebaut und mit fl\u00fcssigem Schamott aufgef\u00fcllt. Das soll verhindern, da\u00df der Schamottmantel unter Gewicht und Temperatur der einzugie\u00dfenden fl\u00fcssigen Bronze platzt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Ausschmelzen<\/span><\/p>\n<p>Die durchgetrocknete Schamottform wird im Ofen erhitzt, bis das Wachs in ihrem Innern ausschmilzt, verdampft und verbrennt. Im Schamottzylinder ist nun alles das hohl, was vorher Wachs war, n\u00e4mlich das Modell und die Gu\u00dfkan\u00e4le rundherum. Von diesem Vorgang hat das ganze Verfahren den Namen &#8222;Wachsausschmelzverfahren&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Bronzegu\u00df<\/span><\/p>\n<p>Jetzt kann mit dem Bronzegu\u00df begonnen werden. Die fl\u00fcssige rotgl\u00fchende Bronze (eine Metallegierung, die im wesentlichen aus etwa 90 % Kupfer und 10 % Zinn besteht), wird in den hohlen Schamottmantel gegossen. Die Luft entweicht durch die Luftkan\u00e4le und das Gu\u00dfst\u00fcck mu\u00df langsam ausk\u00fchlen. Nach dem Erstarren der Bronze wird der Schamottmantel zerschlagen und Stege oder Pfeifen werden abges\u00e4gt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Ziselieren<\/span><\/p>\n<p>Nun hat der Ziseleur die Aufgabe, Ans\u00e4tze von Gu\u00dfkan\u00e4len und Stegen, Fehler, Luftblasen und andere Unebenheiten zu beseitigen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Patinieren<\/span><\/p>\n<p>Beim Patinieren wirken verschiedene Chemikalien auf die Bronzeoberfl\u00e4che ein. Die Farbskala der Patina reicht vom Bronzeton \u00fcber die verschiedensten Braun- und Gr\u00fcnt\u00f6ne bis zum Schwarz. Die Methoden und Techniken sind das gut geh\u00fctete Geheimnis einer Gie\u00dferei oder des K\u00fcnstlers selbst. . Ganz zuletzt kann die Bronze noch gewachst oder mit einer Schutzoberfl\u00e4che versehen werden.<\/p>\n<p>Jeder Kunstfreund sollte bei der Betrachtung einer Bronzeskulptur bedenken, welche Arbeitsg\u00e4nge und wieviel Feinarbeit jedes St\u00fcck bis zu seiner Vollendung erfordert. Nur so kann er den wirklichen Wert einer Bronzeskulptur erkennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Modell Am Anfang steht ein vom K\u00fcnstler geschaffenes Modell, welches in Bronze gegossen werden\u00a0 soll. Es kann aus verschiedenen Materialien bestehen. So werden Kleinplastiken je nach gew\u00fcnschter Oberfl\u00e4chenstruktur meistens aus Wachs, Gips, Ton oder \u00c4hnlichem Material geformt. 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